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19th of November 2018

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Verwirrung um Asia Bibi: Wohin wurde sie gebracht?

Medien meldeten Flug außer Landes

Die vom Vorwurf der Gotteslästerung freigesprochene Christin wurde anscheinend am Mittwochabend aus dem Gefängnis entlassen. Verschiedenen Medien berichteten von einem Flug Asia Bibis ins Ausland. Doch das wird nun vom pakistanischen Außenministerium dementiert.

London/Islamabad - 08.11.2018

Um den Aufenthaltsort der pakistanischen Christin Asia Bibi herrscht derzeit Verwirrung: Die vom Vorwurf der Blasphemie freigesprochene Frau ist offenbar inzwischen aus dem Gefängnis entlassen worden, befindet sich allerdings weiterhin in Pakistan. Am Mittwochabend hatten verschiedene Medien berichtet, die 51-Jährige habe das Land bereits verlassen. Das dementierte wiederum ein Sprecher das pakistanischen Außenministeriums am Donnerstagmorgen. Bibi war vor einer Woche vom Vorwurf der Gotteslästerung freigesprochen worden.

Lokale Medien hatten zuerst berichtet, Bibi sei vom Gefängnis in der Stadt Multan in der Provinz Punjab an einen "unbekannten Ort" gebracht worden. Das hatte Spekulationen ausgelöst, sie habe das Land verlassen. Internationale Medien berichteten von einem Flug ins Ausland und nahmen dabei Bezug auf die Aussagen von Bibis Anwalt Saif ul Malook gegenüber der BBC, seine Mandantin sei "in einem Flugzeug, aber niemand weiß, wo sie landen wird". Die Zeitung "Dawn" berichtete dann am Donnerstagmorgen, Bibi sei in die Hauptstadt Islamabad geflogen worden. Von dort aus sei sie unter strengen Sicherheitsvorkehrungen zu einem unbekannten Ort gebracht worden.

Massive Proteste radikaler Muslime

Bibi, deren Fall internationale Aufmerksamkeit erregt hatte, war 2009 als erste Christin in Pakistan wegen Beleidigung des Islam angeklagt und zum Tode verurteilt worden. Sie bestreitet die Vorwürfe. Im Juli 2015 ordnete ein Gericht die vorläufige Aussetzung der Vollstreckung der Todesstrafe an. Ende Oktober sprach sie das Oberste Gericht Pakistans überraschend frei. Dies führte zu massiven Protesten radikaler Muslime.

Themenseite: Der Fall Asia Bibi

Weil sie den Propheten Mohammed beleidigt haben soll, wurde die Christin Asia Bibi 2010 zum Tode verurteilt. Zahlreiche Politiker und Kirchenvertreter hatten sich seitdem für ihre Freilassung eingesetzt. Ende Oktober 2018 erfolgte der Freispruch – doch es droht Gefahr durch radikale Muslime.

Diese hörten erst auf, nachdem die Regierung und die Partei Tehreek-e Labbaik Pakistan (TLP) des radikalislamischen Klerikers Khadim Rizvi ein Abkommen geschlossen hatten. Demnach will die Regierung einen Revisionsantrag gegen die Entscheidung des Obersten Gerichts zulassen und Bibi am Verlassen des Landes hindern. Ein Sprecher der TLP, Zubair Kasuri, sagte am Donnerstag, die Regierung habe durch die Freilassung von Asia Bibi gegen die Vereinbarung verstoßen. Die Partei halte nun ein Treffen ab, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Bibis Ehemann Ashiq Masih hatte am Dienstag über das Hilfswerk "Kirche in Not" Italiens Regierung um Hilfe für eine Ausreise aus Pakistan und um Asyl gebeten. Italiens Regierung erklärte, die Christin aufnehmen zu wollen. Angesichts der gewalttätigen Proteste radikaler Muslime hatte sich die Familie nach Aussage Masihs in Pakistan versteckt gehalten.

Der innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz für die Weltkirche zuständige Erzbischof Ludwig Schick forderte die internationale Gemeinschaft auf, sich für eine Freilassung und Ausreise der pakistanischen Christin Asia Bibi einzusetzen. Mit einer laufenden E-Mail- und Briefaktion will das katholische Hilfswerk Missio Aachen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dazu bewegen, sich persönlich für die Freiheit, Sicherheit und Ausreisemöglichkeiten Bibis einzusetzen. Regierungen müssten sich international einschalten und Pakistan helfen, damit Bibi tatsächlich freikommen könne, erklärte Missio-Sprecher Johannes Seibel katholisch.de. (tmg/dpa/KNA)

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